Raumfahrt

Copernicus: Airbus macht Datenschatz zugänglich

Copernicus ist das bislang ehrgeizigste Erdbeobachtungsprogramm weltweit. Das europäische Projekt liefert präzise, zuverlässige und leicht zugängliche Informationen. Der gesellschaftliche Nutzen ist erheblich: Die Daten dienen dazu, die Umweltbeobachtung zu verbessern, die Auswirkungen des Klimawandels zu verstehen und zu mindern und die zivile Sicherheit zu gewährleisten – sowohl im Bau der Satelliten als auch bei der Bereitstellung der Daten spielt Airbus eine Schlüsselrolle.

Airbus wurde Mitte Dezember 2017 von der Europäischen Weltraumorganisation ESA als einer von vier Lieferanten für DIAS (Data and Information Access Services) – den Zugangsdienst für Copernicus-Informationen und -Daten – ausgewählt. Mit DIAS werden Endnutzer über eine Cloud-Computing-Architektur einfach auf Daten und Informationen zugreifen können. Dies ermöglicht eine bessere Koordinierung sowie einen gegenseitigen Austausch auf Ebene der Europäischen Union (EU) und bei Initiativen der Mitgliedstaaten.

Copernicus and Sentinels

Datenschatz heben

Das Programm produziert enorme Datenmengen: In nur einem Jahr haben die im Copernicus-Programm eingesetzten Sentinel-Satelliten eine Menge an Daten gesammelt, für die der Vorgänger-Umweltsatellit der ESA, Envisat, eine Missionszeit von 50 Jahren benötigt hätte. Im Sinne der besseren Datenverbreitung haben die Europäische Kommission und die ESA beschlossen, den Nutzern die Fähigkeit zur Erschließung von Copernicus-Daten und -Informationen bereitzustellen, wodurch sich die Übertragung und Speicherung in ihre eigenen Computersysteme erübrigt.

Teil eines leistungsfähigen Konsortiums

Airbus wird gemeinsam mit den Unternehmen Orange, Capgemini, CLS und Vito DIAS weiterentwickeln und verwalten. Airbus verantwortet das Management und die Koordination aller Techniklieferanten sowie das Engineering und die Integration des Systems. Zudem wird Airbus wird in enger Abstimmung mit zahlreichen weltweiten Akteuren nach der Indienststellung von DIAS für die Leitung, den Betrieb und die weitere Entwicklung von DIAS zuständig sein.

„Als wichtige Säule im Copernicus-Programm ist Airbus stolz, auch an dieser neuen Phase beteiligt zu sein, die die Erfassung von Erdbeobachtungsdaten mit neuen, effizienten Technologien wie Cloud-Computing kombiniert. DIAS wird den Datenzugriff für europäische Bürger vereinfachen und die Schaffung neuer, auf Erdbeobachtungsdaten basierender Geschäftsmodelle fördern“, sagte Mathilde Royer-Germain, Head of Earth Observation, Navigation and Science bei Airbus.

Der Erstbetrieb soll Mitte 2018 mit der Demonstration von Infrastrukturfähigkeiten, dem vorläufigen Zugriff auf Datensätze und der anfänglichen Servicebereitstellung anlaufen.

DIAS wird zudem alle bestehenden Zugänge zu Sentinel-Produkten im Rahmen eines "One-Stop-Shop" in der Cloud mit In-situ-Daten und Daten von Drittpartei-Missionen zusammenführen. Diese Dienste ermöglichen den einfachen Zugriff auf Copernicus-Daten für EU-Bürger, die Wissenschaftsgemeinde, die Öffentlichkeit und Unternehmen, die diese Daten für die Bereitstellung eigener Copernicus-basierter Services („Front Offices“) verarbeiten wollen.

DIAS wird eine effiziente Datenmanagement-Lösung bieten, die Datenrichtlinien und Nutzerrechte berücksichtigt und dabei eine nahtlose Nutzung der verschiedenen bestehenden Datenkataloge ermöglicht und einen Speicherungsmodus für optimierten Zugriff gewährleistet.

Stand: Feb 2018

New Space

Umbruch in der Raumfahrt mitgestalten

Raumfahrt ist Teil einer rasant wachsenden Wertschöpfungskette geworden. Allein die satellitengestützte Kommunikationsindustrie erwirtschaftet jährlich über 100 Milliarden Euro – Europa sollte daran Anteil haben.

Seit 2010 setzt die NASA verstärkt auf private Firmen, um kostengünstig Systeme und Dienstleistungen etwa für die Versorgung der ISS entwickeln zu lassen. Allein SpaceX erhielt 2014 rund 2,6 Milliarden US-Dollar von der NASA – Gelder und Aufträge, die den Erfolg des Unternehmens erst möglich machten.

Der Begriff „New Space“ umfasst Kommerzialisierungstendenzen in der Raumfahrt. Ursprünglich staatlich geförderte Produkte werden in immer größerem Maße an die Bedürfnisse eines zivilen Marktes angepasst. Airbus Defence and Space reagiert darauf und wird seinerseits zum Treiber. Beispiel OneWeb: Im Rahmen dieses Projekts für weltumspannendes Hochgeschwindigkeitsinternet baut das Unternehmen rund 900 Satelliten, mehr als alle bisher gefertigten Satelliten zusammen. Beispiel Ariane 6: Dank neuer Organisationsstruktur und innovativer Neuerungen sinken die Startkosten um fast 50 Prozent.

Staat weiter gefordert

Gleichwohl spielt der Staat weiter eine Schlüsselrolle: Erstens investieren private Unternehmen im Wesentlichen entsprechend der Kriterien Marktchancen und Kapitalamortisierung. Zweitens verfolgen die Staaten eigene Interessen: innere und äußere Sicherheit, Klima- und Umweltschutz, Grundlagenforschung oder Mobilität. Deshalb wachsen in den USA die privaten wie die öffentlichen Investitionen in die Raumfahrt gleichermaßen. Zudem prägen die Staaten weiter den Wettbewerb. So beauftragt die NASA private Unternehmen mit Milliarden US-Dollar. Zu besten Konditionen: Beispielsweise zahlt die NASA an SpaceX für Trägerraketen ungefähr das Doppelte dessen, was das Unternehmen auf dem Weltmarkt verlangt. Europa darf nicht naiv sein: Eigene Interessen müssen verfolgt werden, und staatlich geförderte Dumpingpreise dürfen nicht folgenlos bleiben.

Politik muss flankieren

Um neue Entwicklungen in der Raumfahrt zu flankieren, müssen Arbeitsprozesse überdacht und der Rechtsrahmen verbessert werden: 

  • Verantwortung klug verteilen: Die staatlichen Agenturen sollten sich darauf konzentrieren, Ziele und Meilensteine vorzugeben, und den Unternehmen ansonsten freie Hand gewähren – Voraussetzung für mehr Effizienz und kostengünstigere Produkte. Genauso funktioniert es neuerdings in den USA, und nach diesem Prinzip soll auch die Ariane 6 gebaut werden.
  • Deutsches Weltraumgesetz schaffen: Die kommerzielle Nutzung des Alls wirft neue Fragen auf. Das gilt insbesondere für Haftungsfragen durch staatliche Zertifizierung beziehungsweise Lizenzierung. Länder wie die USA, Belgien oder die Niederlande regeln das im Rahmen nationaler Raumfahrtgesetzgebungen. Für Deutschland steht das entsprechende Gesetz noch aus.
  • Weltweite Regeln vorantreiben: Wir brauchen global abgestimmte „Verkehrsregeln“, Leitlinien für die „Müllentsorgung“ und die künftige wirtschaftliche Nutzung des Alls.

Beispiel: Kommerzialisierung der ISS

Private und institutionelle Kunden sollen einen besseren Zugang zur Internationalen Raumstation ISS erhalten. Dafür entwickeln Airbus Defence and Space und die Europäische Weltraumorganisation ESA die neue Plattform Bartolomeo, die 2018 an die ISS andocken soll. Unternehmen aus den Bereichen Erdbeobachtung, Technologiedemonstratoren oder Werkstofftechnik können dann eigene Forschungen zu kommerziellen Bedingungen im All durchführen.

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Zukunft gestalten

Kernthemen der Luft- und Raumfahrtindustrie angehen

Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie ist ein Job- und Innovationsmotor. Damit die Branche im härter werdenden globalen Wettbewerb bestehen kann, braucht es die richtigen politischen Rahmenbedingungen. Die Topthemen für das kommende Jahr in der Übersicht:

Pro einem Euro LuFo-Förderung entsteht eine zusätzliche Produktion im Wert von fast fünf Euro. Insgesamt hat das LuFo zwischen 2003 und 2012 eine BIP-Steigerung um 4,46 Milliarden Euro und ein Plus an Arbeitsplätzen von 28 000 bewirkt.

Forschung: Innovationen fördern

Forschung und Entwicklung sind Voraussetzung, damit die deutsche Luft- und Raumfahrt ihr technologisches Spitzenniveau halten kann. Die Bundesregierung fördert die Branche seit über 20 Jahren mit einem eigenen Luftfahrtforschungsprogramm  (LuFo). Das erfolgreiche Programm muss auf hohem Niveau fortgeführt werden. Ein Schwerpunkt sollte dabei das Thema Industrie 4.0 sein. Darüber hinaus braucht es weitere Investitionen. Dafür sollte Deutschland beispielsweise eine steuerliche Forschungsförderung einführen, wie sie sich in den meisten EU- und OECD-Staaten bewährt hat: Ein forschendes Unternehmen sollte 10 Prozent seiner FuE-Aufwendungen von seiner Steuerschuld abziehen dürfen.

Alternative Antriebe: Revolutionäre Konzepte unterstützen

Europa und die Luftfahrtindustrie haben sich gleichermaßen ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt, etwa ein CO2-neutrales Wachstum ab 2020. Wesentlicher Eckpfeiler dafür sind revolutionäre Technologien. Für viele Milliarden Euro entwickelt die Industrie alternative Kraftstoffe sowie völlig neue elektrische und hybride Antriebe. Nur finanzkräftige Airlines können diese Zukunftstechnologien kaufen und damit das Klima aktiv schützen. Belastungen durch nationale Alleingänge wie den EU-Emissionshandel im Luftverkehr oder die deutsche Luftverkehrsteuer sind zu vermeiden.

Raumfahrt: Europas Unabhängigkeit sichern

Satelliten sind für das moderne Leben unersetzbar – von Navigationssystemen bis hin zum Katastrophenschutz. Um Europas unabhängigen Zugang zum Weltall zu sichern, investiert die Europäische Weltraumagentur ESA zu Recht in die Ariane 6. Angesichts zunehmender Konkurrenz etwa durch neue Start-ups oder bereits etablierte Unternehmen wie SpaceX gilt es nun, den Entwicklungsprozess weiter zu begleiten und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Trägerrakete sicherzustellen.

Exportförderung: Auslandsgeschäfte erleichtern

Die deutsche Rüstungsindustrie ist auf Exportmöglichkeiten angewiesen, um auch der Bundeswehr ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten zu können. Wesentliche Voraussetzung sind EU-weit einheitliche Exportbestimmungen. Nur so sind transnationale Kooperationen überhaupt sicher zu gewährleisten. Warnendes Beispiel: 2014 war eine Vereinbarung zwischen Airbus und Usbekistan im letzten Moment gefährdet, da Deutschland den Export eines in Donauwörth produzierten, wenige Euro teuren Einzelteils zunächst nicht erlaubte – und damit den Export von 14 Hubschraubern aus Frankreich erheblich verzögerte.

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ESA-Ministerkonferenz

Europas Raumfahrt stärken

Im Dezember 2016 entschieden die Mitgliedsstaaten der Weltraumorganisation ESA über die Zukunft der europäischen Raumfahrt. Es gilt, erfolgreiche Projekte wie die Ariane weiterzuführen und wichtige Programme beispielsweise für den Klimaschutz zu starten – und somit Europas Weltraumindustrie für den härter werdenden Wettbewerb zu rüsten.

Jeder Deutsche zahlt für die Raumfahrt pro Jahr gerade mal so viel wie für eine Pizza.

Europa gewinnt durch die Raumfahrt
Europas Raumfahrtunternehmen sind weltweit führend in der Entwicklung innovativer Raumfahrtlösungen. Sie sichern strategisch wichtiges Know-how. Die Weltraumforschung ist zudem Treiber für andere Schlüsselindustrien, zum Beispiel die Autobranche: So wurde autonomes Fahren erst durch Erfindungen aus der Raumfahrt denkbar. Und Airbus schafft Wachstum. Allein für die Division Airbus Defence and Space arbeiten schon über 5 000 Mitarbeiter in Deutschland in dieser Industrie.

Erfolg sichern

Worauf kommt es auf der ESA-Ministerratskonferenz im Dezember an?
Ariane 6 entwickeln: Die Ariane-Rakete sichert Europas unabhängigen Zugang zum All. Vor zwei Jahren haben die Staaten zu Recht beschlossen, die Trägerrakete in Form der Ariane 6 weiterzuentwickeln. Die Ariane 6 wird deutlich flexibler und 50 Prozent kostengünstiger sein als ihre Vorgänger. Jetzt muss sie gebaut werden.
„New Space“ mitgestalten: Der globale Wettbewerb in der Raumfahrt nimmt rasant zu. Europa muss hier gewappnet sein und seine Weltraumindustrie fit machen für die nächsten Jahrzehnte. Dazu zählen bessere Finanzierungsmöglichkeiten über Venture Capital ebenso wie gezielte Technologieförderung, etwa von Industrie 4.0.
Grundlagenforschung stärken: Die Raumfahrt kommerzialisiert sich  zunehmend. Doch private Gelder fließen nur in Projekte, die Gewinn versprechen. Für die Grundlagenforschung braucht es auch in Zukunft öffentliche Mittel. Die dort gewonnenen Erkenntnisse sind für Innovationen in anderen Industrien zentral.
ISS fortführen: Die Internationale Raumstation ist Europas Forschungslabor im All. Die Astronauten führen täglich Dutzende Experimente durch, von denen viele das Leben auf der Erde verbessern. Die europäische Beteiligung an der ISS muss bis wenigstens 2024 gesichert sein. Die Finanzierung dieser Kooperation mit den USA und Russland muss erhöht werden.

Deutschland finanziert die Arbeit der ESA in diesem Jahr mit 780 Millionen Euro. Mindestens auf diesem Niveau muss der deutsche Beitrag in den kommenden Jahren fortgeführt werden, um die deutschen Interessen sichern zu können.

ESA: Profil und Aufgaben

In der Europäischen Raumfahrtorganisation bündeln 22 Mitgliedsstaaten aus Europa und Kanada ihr Engagement im Weltraum. Die ESA stemmt Projekte, die für einen einzelnen Staat allein nicht möglich wären – ein Beispiel für ein
starkes, gemeinsam agierendes Europa. Sie stellt zugleich sicher, dass alle Länder gleichermaßen von den Erkenntnissen und Entwicklungen der Weltraumforschung profitieren. Die ESAMinisterkonferenz wird am 1. und 2. Dezember die programmatischen Leitlinien für die nächste Dekade formulieren.

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Kurz gefasst

ESA: Wichtiges Signal für Europas Raumfahrt

Die ESA wird in den kommen Jahren insgesamt 10,3 Milliarden Euro in Raumfahrtprojekte investieren. Die Entscheidung der ESA-Ministerratskonferenz ist ein wichtiger Schritt, um Europas Stellung als unabhängiger und wettbewerbsfähiger Akteur in der Raumfahrt zu sichern. Unter anderem sollen das Ariane-6-Programm fortgeführt und ein zweites Europäisches Servicemodul für das amerikanische Explorations-Programm Orion entwickelt werden. Zudem will die ESA zahlreiche wissenschaftliche Missionen fortsetzen, darunter das ExoMars-Programm mit Russland.

Ideenschmiede Silicon Valley: Airbus eröffnet Innovationszentrum

Airbus sucht systematisch nach innovativen Ideen. Ein gutes Beispiel dafür ist auch die Präsenz im Silicon Valley: Seit Mitte Januar 2016 arbeiten dort mit Airbus Ventures und dem Innovationszentrum A3 zwei Unternehmen von Airbus.

Airbus Ventures ist mit 150 Millionen US-Dollar ausgestattet. Ziel ist, in visionäre Unternehmen mit Luft- und Raumfahrtbezug zu investieren. Zum Beispiel in Local Motors: Der US-amerikanische Automobilhersteller verbindet offene Innovationsentwicklung, bei der Tausende von Ingenieuren auf der Local Motors Designplattform registriert sind und virtuell an der Umsetzung von Produktideen zusammenarbeiten, mit der Produktion in kleinen, flexiblen Werken, sogenannten Mikrofabriken. Ein Ansatz, der erst seit wenigen Jahren durch die Digitalisierung möglich ist. Mit diesem Investment stärkt Airbus Ventures zugleich den Standort Deutschland – denn die eingebrachten Mittel sind für den Aufbau von Mikrofabriken und Laboren hierzulande vorgesehen.

Der Auftrag von A3 lautet, in den Bereichen Technik, Geschäftsmodelle oder Fertigung disruptive Ansätze zu finden und damit die Luft- und Raumfahrtindustrie weiter voranzutreiben. Für die Unternehmung gilt es, in kürzester Zeit überzeugende Pilotprojekte zu entwickeln. Ein erstes Projekt von A3 ist die Zusammenarbeit mit dem Fahrdienstvermittler Uber. Die Idee: mit Hubschraubern von Airbus Helicopters eine Ruftaxi-Flotte aufzubauen.

SpaceDataHighway: Highspeed-Kommunikation im Weltall

Airbus Defence and Space hat gemeinsam mit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA den SpaceDataHighway entwickelt. Das System kann mithilfe von Lasertechnologie riesige Mengen an Daten etwa von Erdbeobachtungssatelliten zur Erde senden. Übertragungsraten von bis zu 1,8 Gigabit pro Sekunde sind so möglich – fast 20-mal so leistungsstark wie eine schnelle Internetverbindung auf der Erde. Künftig können so aktuelle Informationen wie Satellitenbilder noch rascher übermittelt werden – eine Voraussetzung, um etwa im Krisenfall oder bei Naturkatastrophen schnell Notfallmaßnahmen einzuleiten.

Erster Kunde des SpaceDataHighway-Systems war die Europäische Kommission, die im Juli 2016 im Rahmen des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zwei Satelliten mit den Laserkommunikationsterminals ausgestattet hat.

EU in der Krise

Gemeinsame Zukunftsprojekte jetzt forcieren

Nie zuvor musste die EU so viele Krisen gleichzeitig meistern. Zentrifugalkräfte nehmen zu. Für Airbus steht fest: Mehr, nicht weniger Europa ist die Lösung. Gerade bei der Außen- und Sicherheitspolitik sollten gemeinsame Zukunftsprojekte jetzt angegangen werden.

Deutschland und Frankreich müssen vorangehen

Eine vertiefte Zusammenarbeit auf der Ebene von 28 Mitgliedstaaten ist auf absehbare Zeit utopisch. Gleichzeitig verbietet sich ein Weitermachen wie bisher. Deshalb ist es sinnvoll, den Ansatz eines Kerneuropas neu zu diskutieren. Außer Frage steht, dass Deutschland und Frankreich dabei eine besondere Rolle spielen können und müssen. Einigen sich die beiden Staaten auf gemeinsame Projekte für eine stärkere Integration und laden die anderen Staaten dazu ein, so könnten sie erneut zu Lokomotiven eines geeinten Europas werden.

Außen- und Sicherheitspolitik im Blick

Besonders das Feld der Außen- und Sicherheitspolitik ruft nach mehr Integration und Kooperation. Dabei gibt es viele Themen, bei denen sich die Staaten im Grundsatz einig sind und mitunter auch schon erste gemeinsame Schritte unternommen haben. Hier gilt es, entschlossen weiterzuarbeiten:

Gemeinsame Beschaffung: Immer wieder bekennen sich Europas Staaten zur gemeinsamen Beschaffung moderner Rüstungsgüter. Dieser Weg ist mühsam. Was dabei oftmals zu kurz kommt, ist der Stolz auf das Erreichte: Frankreich und Deutschland arbeiten beim Hubschrauber NH90 seit Langem erfolgreich zusammen. Und mit der A400M hat Europa das modernste und leistungsfähigste Transportflugzeug der Welt entwickelt.
Unbemannte Flugzeuge: Drohnen gehört die Zukunft der Luftfahrt, ob militärisch oder zivil. Auch wenn Länder wie die USA oder Israel momentan einen technologischen Vorsprung genießen: Europa hat das Potenzial, aufzuschließen und die Technologieführerschaft zu übernehmen. Das Bekenntnis von Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien zur Entwicklung einer europäischen Drohne ist dafür ein wichtiger Meilenstein.
Satellitenaufklärung: Satellitenbilder sind in Krisenfällen unerlässlich, um politische Entscheidungen zu treffen. Die entsprechende Infrastruktur im All ist kostspielig. Umso wichtiger, dass Deutschland und Frankreich Ende März 2015 beschlossen haben, ihre Kooperation auszuweiten. Die Partner werden gemeinsam einen dritten optischen Aufklärungssatelliten ins All befördern – damit lassen sich Details von weniger als 50 Zentimetern erkennen.

Deutschland und Frankreich tragen große Verantwortung für die Zukunft der EU. Sie müssen ihre Integration forcieren und damit eine Vorreiterfunktion ausfüllen, der andere EU-Staaten folgen können. Denn auch der Umkehrschluss stimmt:Zerbricht die deutsch-französische Achse, hat auch die EU28 keine Zukunft.

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Soldaten im Auslandseinsatz

Per Satellitenkommunikation der Heimat nah

Die Bundeswehr ist immer mehr im Ausland gefordert. Für die Soldatinnen und Soldaten sind die Einsätze eine erhebliche Belastung. Regelmäßiger Kontakt zu ihren Familien ist für ihre Motivation und das seelische Gleichgewicht unerlässlich. Die Politik sieht sich daher in der Pflicht, den Bundeswehrangehörigen verlässliche Telefon- und Internetverbindungen anzubieten – Airbus Defence and Space ist dabei ein wichtiger Partner.

Besondere Herausforderungen im Einsatz

Während unbeschränkte und ständige Onlinekommunikation in Deutschland weitgehend eine Selbstverständlichkeit ist, stellt sie in militärischen Einsatzgebieten nach wie vor eine Herausforderung dar. Erstens befinden sich die Feldlager oftmals in Gebieten fernab der Ballungszentren. Mobilfunknetze sind dort kaum vorhanden oder extrem störanfällig. Zweitens müssen auch privat geführte Telefonate und Chats im Einsatz in besonderer Weise vor Hackern geschützt werden.

Airbus Defence and Space ermöglicht Kommunikation

Die Lösung sind speziell konstruierte Satelliten, die stabile und sichere Telefon- und Internetverbindungen ermöglichen. Airbus Defence and Space bietet im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums seit 2011 entsprechende Dienste an. Ab Juli 2016 werden sie deutlich erweitert: Die Soldatinnen und Soldaten können dann kostenlos und uneingeschränkt in die Heimat telefonieren oder per Videochat Kontakt halten – sowohl über ihre eigenen Geräte als auch in speziell eingerichteten Internetcafés.

Langjähriger Partner der Bundeswehr

Seit zehn Jahren betreibt Airbus Defence and Space das Satellitenkommunikationssystem SATCOMBw für die Bundeswehr. Anfang März 2016 wurde die Zusammenarbeit für weitere sieben Jahre vereinbart. Die beiden militärischen Kommunikationssatelliten COMSATBw-1 und COMSATBw-2 decken dabei ein Gebiet ab, das sich von den amerikanischen  Kontinenten bis nach Ostasien erstreckt. Neben den beiden Satelliten stellt das SATCOMBw-Programm ein sicheres Bodenkommunikationsnetz und - kontrollsystem bereit. Kommandozentralen, Fahrzeuge, Luftfahrzeuge und Schiffe werden direkt in die Basiskommunikationsnetze eingebunden und können auf Sprach-, Video- und Datenbanksowie IP- (Internet-Protocol-)Dienste zugreifen.

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