Zukunft des Fliegens

Airbus begrüßt BDLI-Kampagne

Auch wenn es noch keine neue Regierung gibt, tut sich einiges in Berlin. Für knapp 40 % der Mitglieder des Deutschen Bundestages ist dies ihre erste Legislaturperiode. Unser Ziel ist es, sowohl diese als auch all jenen, die erneut ins Parlament gewählt wurden – und natürlich allen Interessierten darüber hinaus – umfassend über die Themen der Luft- und Raumfahrt zu informieren. Dafür stehen nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Berliner Airbus Büros gerne zur Verfügung, sondern auch die Kolleginnen und Kollegen des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V. (BDLI).

Daher begrüßen wir ausdrücklich die Themen- und Informationskampagne „Final Call“, die der BDLI vor wenigen Tagen auf den Weg gebracht hat. Sowohl auf Plakaten als auch auf digitalem Weg (www.schub-für-mobile-zukunft.de; Twitter #finalcall) wird in den kommenden Wochen und Monaten bis zur ILA (25.-29. April) ausführlich über die Themen und Anliegen der Luft- und Raumfahrtindustrie informiert. Das Portfolio reicht von der zivilen Luftfahrt über Hubschrauber bis hin zur Raumfahrt. Im Zentrum stehen Fragen der Technologie und Nachhaltigkeit, aber auch Überlegungen, welchen Beitrag die Luftfahrt für künftige Mobilitätskonzepte leisten kann, etwa im urbanen Raum und als Ergänzung zu den herkömmlichen Fortbewegungsmitteln. 

Stichwort Klimaschutz:

Ab 2020 soll der Luftverkehr klimaneutral wachsen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind technologische Innovationen wichtiger denn je. Eine zentrale Rolle spielt dabei die E-Mobilität. Sie ist eine Schlüsseltechnologie, nicht nur auf der Straße, sondern auch in der Luft!

Stichwort Lärmemissionen:

Mit Flugzeugtypen wie dem A350 XWB und A320neo setzt  Airbus neue Standards, nicht nur beim deutlich reduzierten Kerosinverbrauch, sondern auch beim Geräuschpegel. Durch innovative Triebwerke konnte der Lärmteppich im Vergleich zur Vorgänger-Generation um die Hälfte reduziert werden. Moderne Flüsterjets werden in den kommenden Jahren immer mehr ältere Modelle ersetzen und so merklich zur Entlastung von hundert tausenden Menschen beitragen, die in der Nähe von Flughäfen leben.

Stichwort Urbane Mobilität:

Schon heute sind die Straßen der Städte weltweit verstopft. Die zunehmende Urbanisierung führt dazu, dass dieser Trend sich weiter verschärfen wird. Bis zum Jahr 2030 leben rund 60% der Erdbevölkerung in den Städten. Abhilfe schaffen können hier neue Mobilitätskonzepte, die künftig auch den Luftraum (3. Dimension) in die Planungen einbeziehen. So soll etwa der CityAirbus in naher Zukunft bis zu vier Passagiere durch den vor allem urbanen Luftraum transportieren. Damit uns das gelingt, müssen allerdings auch Voraussetzungen bei Infrastruktur und Regulierung erfüllt werden. Unser Ziel ist es, durch innovative Konzepte und im Zusammenspiel mit der Politik den Rahmen dafür zu schaffen, den modernen Ballungsraum stressfreier und lebenswerter zu gestalten.

Stichwort Raumfahrt:

Auch der Weltraum bietet Möglichkeiten, unser Leben auf der Erde zu vereinfachen und somit angenehmer zu gestalten. Etwa wenn es darum geht, mit Navigationssystemen stets den zeitsparendsten und effizientesten Weg zu finden.  Zukunftsweisend ist dabei das europäische Satellitennavigationssystem Galileo, das seit 2016 mit derzeit 18 unter deutscher Führung entwickelten und gebauten Satelliten im All im Einsatz ist. Es ist das größte Infrastrukturprojekt der Europäischen Union.

Damit derlei Technologien und Projekte in die Tat umgesetzt werden können, bedarf es neben innovativen Unternehmen wie Airbus auch die nötigen politischen Rahmenbedingungen. Auch hierauf weißt die BDLI-Kampagne hin. Sie ist somit eine wichtige Plattform, um den Dialog zwischen der Luft- und Raumfahrtbranche und der Politik weiter voranzubringen. Wie faszinierend die Ergebnisse und vor allem die Produkte einer innovativen Luft- und Raumfahrtindustrie sind, lässt sich zwischen dem 25. Und 29. April bei der ILA live und aus der Nähe bewundern.

Stand: Jan 2018

E-Fan X: Startschuss für Elektromobilität über den Wolken

Elektrisch betriebene Autos gehören mittlerweile zum Straßenbild, erste E-Schiffe sind auf dem Markt, und jüngst versprach Elon Musk elektrisch betriebene Lkw. Was auf Straße und See machbar ist, will Airbus am Himmel ermöglichen. Das Ziel: Ein E-Flugzeug für bis zu 100 Passagiere. Um die Mammutaufgabe zu stemmen, schließt sich das Unternehmen mit zwei Industriegrößen zusammen. Airbus, Siemens und Rolls Royce entwickeln ab sofort gemeinsam einen hybrid-elektrischen Demonstrator, der 2020 erstmals fliegen soll.

Hybrid-Lösung für das Fliegen von morgen

Der E-Fan X ist ein komplexes Hybrid-Konzept. Dabei wird in einem Testflugzeug zunächst eines von vier Triebwerken durch einen Elektromotor mit einer Leistung von zwei Megawatt ersetzt – das entspricht etwa der Leistung von 10 Mittelklassewagen. Das E-Triebwerk erhält seinen Strom aus einer Batterie, die wiederum aus einem Generator gespeist wird. Ist viel Leistung gefragt – etwa beim Abheben – geben Generator und Batterie gemeinsam Energie ab. Beim Sinkflug hingegen wirken die Triebwerksschaufeln wie kleine Windmühlen, erzeugen Strom und laden die Batterie wiederum auf – ein Prinzip, das sich in ähnlicher Weise bereits bei Elektroautos bewährt hat. Perspektivisch soll in einer späteren Projektphase ein zweites Triebwerk durch die Hybrid-Variante ersetzt werden.

Auf dem Weg zum emissionsfreien Fliegen

Der Hybridantrieb ist ein Meilenstein, um die ambitionierten Klimaschutzziele der Branche zu erreichen. So hat sich die Luftfahrtindustrie dazu verpflichtet, bis 2050 die CO2-Emissionen neuer Flugzeuge gegenüber 2000 um 75 Prozent zu verringern. Mit den Technologien von heute ist das nicht zu erreichen. Elektromobilität ist eine wesentliche Komponente .

So lässt sich der Kerosinverbrauch beim E-Fan X um zweistellige Prozentsätze reduzieren. Und auch die Lärmbelastung sinkt erheblich. Ehrgeizig ist auch der Zeitplan von Airbus, Rolls Royce und Siemens.  Nach dem ersten Testflug 2020 soll die Technik kontinuierlich weiterentwickelt werden, so dass ab 2030 erste Regionalflugzeuge auf mittellangen Strecken fliegen.

Drei Schwergewichte tun sich zusammen

Für das wegweisende Projekt kombinieren die drei Partner ihr Know-how. So verantwortet Airbus die Gesamtarchitektur und die Integration des neuen Antriebs in das Flugzeug. Das Unternehmen profitiert dabei von seiner langjährigen Erfahrung mit elektrischen Flugdemonstratoren wie dem Cri-Cri und dem E-Fan. Rolls Royce baut unter anderem das Triebwerk und den Generator. Und Siemens liefert den Zwei-Megawatt-Elektromotor.

Bereits seit 2016 arbeiten Airbus und Siemens beim Thema Elektromobilität zusammen. Im kommenden Jahr eröffnen sie gemeinsam das E-Aircraft Systemhaus im bayerischen Ottobrunn mit mehreren hundert Mitarbeitern – und läuten damit von Deutschland aus die Ära des E-Fliegens ein. Der E-Fan X ist Teil dieser Entwicklungszusammenarbeit.

Stand: Nov 2017

Future Air Power Vision

Drohnen-Regulierung

Sicherheit steigern, Marktchancen eröffnen

Für kommerziell genutzte Drohnen eröffnen sich immer mehr Einsatzfelder. Entsprechend optimistisch sind aktuelle Schätzungen: Allein in den kommenden zehn Jahren vervierfacht sich der jährliche Markt auf 10,9 Milliarden US-Dollar. Airbus will daran teilhaben – und unterstützt die laufenden Gesetzesvorhaben für eine höhere Sicherheit im Luftraum.

Zu Recht arbeitet die Bundesregierung aktuell an neuen Gesetzen und Richtlinien zum Drohnen-Einsatz. Zwei Motive sind hier wesentlich:

  • Mehr Sicherheit garantieren: Die Deutsche Flugsicherung DFS fordert vehement schärfere Regeln für Hobbypiloten von Drohnen. Hintergrund ist die steigende Kollisionsgefahr mit Passagierflugzeugen. Die Bundesregierung erarbeitet derzeit ein Gesetz, das unter anderem die maximale Flughöhe von derzeit 300 auf 100 Meter begrenzen soll und eine Kennzeichnungspflicht vorsieht, um Nutzer bei Missbrauch oder Unfällen identifizieren zu können.
  • Marktchancen nutzen: Die Politik will die Luftfahrtindustrie dabei unterstützen, weltweite Marktchancen zu ergreifen. Eine moderne Regulierung des gewerblichen Drohneneinsatzes im Heimatmarkt ist dafür unerlässlich. Die Bundesregierung plant beispielsweise, Flüge auch außerhalb der Sichtweite des Drohnenpiloten zu erlauben – einen jederzeit sicheren Betrieb vorausgesetzt.
Drohnen bieten schon heute weitreichende Anwendungsmöglichkeiten. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen testet, inwieweit sie zu einer besseren Gesundheitsversorgung in entlegenen Weltregionen beitragen können. In Südafrika werden Drohnen eingesetzt, um Wilderer aufzuspüren und zu verfolgen. Experten erwarten, dass die unbemannten Fluggeräte Logistikprozesse weitreichend revolutionieren werden. Die fünf wichtigsten Anwendungsfelder bis 2020:

Risikobasierter Ansatz gibt die Richtung vor
Parallel arbeitet die EU an einer europaweiten Regelung für den Einsatz ziviler Drohnen. Wesentliche Eckpunkte hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA Ende 2015 veröffentlicht. Die Kernidee: Je risikoreicher Drohnen sind – zum Beispiel gemessen an Größe, Einsatzgebiet und Leistungsmerkmalen –, desto strenger fällt die Regulierung aus. Airbus unterstützt Ziele und Vorgehen von Bundesregierung und EU.

Airbus treibt wegweisende Lösungen voran 

Ziel von Airbus ist, auf dem kommerziellen Drohnenmarkt eine führende Rolle einzunehmen. Das gilt für den Bau der unbemannten Fluggeräte ebenso wie für den großen Bereich der Drohnenservicedienste. Dynamik und Wettbewerbsintensität sind in diesem jungen Marktsegment erheblich. Europas Luftfahrtkonzern setzt dabei auf innovative Kooperationen beispielsweise mit Local Motors: Tausende von Ingenieuren sind auf der offenen Plattform des US-Unternehmens registriert und arbeiten gemeinsam an neuen Produkten. Der Sprung von der virtuellen in die reale Welt erfolgt in flexiblen Mikrofabriken. Das eröffnet ein noch vor wenigen Jahren undenkbares Innovationstempo. Jüngst haben die Partner für Nachwuchsentwickler einen Drohnen-Wettbewerb durchgeführt. Das Gewinnerprojekt wird gemeinsam mit potentiellen Kunden und Nutzern zu einer Demoversion weiterentwickelt – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

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EU in der Krise

Gemeinsame Zukunftsprojekte jetzt forcieren

Nie zuvor musste die EU so viele Krisen gleichzeitig meistern. Zentrifugalkräfte nehmen zu. Für Airbus steht fest: Mehr, nicht weniger Europa ist die Lösung. Gerade bei der Außen- und Sicherheitspolitik sollten gemeinsame Zukunftsprojekte jetzt angegangen werden.

Deutschland und Frankreich müssen vorangehen

Eine vertiefte Zusammenarbeit auf der Ebene von 28 Mitgliedstaaten ist auf absehbare Zeit utopisch. Gleichzeitig verbietet sich ein Weitermachen wie bisher. Deshalb ist es sinnvoll, den Ansatz eines Kerneuropas neu zu diskutieren. Außer Frage steht, dass Deutschland und Frankreich dabei eine besondere Rolle spielen können und müssen. Einigen sich die beiden Staaten auf gemeinsame Projekte für eine stärkere Integration und laden die anderen Staaten dazu ein, so könnten sie erneut zu Lokomotiven eines geeinten Europas werden.

Außen- und Sicherheitspolitik im Blick

Besonders das Feld der Außen- und Sicherheitspolitik ruft nach mehr Integration und Kooperation. Dabei gibt es viele Themen, bei denen sich die Staaten im Grundsatz einig sind und mitunter auch schon erste gemeinsame Schritte unternommen haben. Hier gilt es, entschlossen weiterzuarbeiten:

  • Gemeinsame Beschaffung: Immer wieder bekennen sich Europas Staaten zur gemeinsamen Beschaffung moderner Rüstungsgüter. Dieser Weg ist mühsam. Was dabei oftmals zu kurz kommt, ist der Stolz auf das Erreichte: Frankreich und Deutschland arbeiten beim Hubschrauber NH90 seit Langem erfolgreich zusammen. Und mit der A400M hat Europa das modernste und leistungsfähigste Transportflugzeug der Welt entwickelt.
  • Unbemannte Flugzeuge: Drohnen gehört die Zukunft der Luftfahrt, ob militärisch oder zivil. Auch wenn Länder wie die USA oder Israel momentan einen technologischen Vorsprung genießen: Europa hat das Potenzial, aufzuschließen und die Technologieführerschaft zu übernehmen. Das Bekenntnis von Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien zur Entwicklung einer europäischen Drohne ist dafür ein wichtiger Meilenstein.
  • Satellitenaufklärung: Satellitenbilder sind in Krisenfällen unerlässlich, um politische Entscheidungen zu treffen. Die entsprechende Infrastruktur im All ist kostspielig. Umso wichtiger, dass Deutschland und Frankreich Ende März 2015 beschlossen haben, ihre Kooperation auszuweiten. Die Partner werden gemeinsam einen dritten optischen Aufklärungssatelliten ins All befördern – damit lassen sich Details von weniger als 50 Zentimetern erkennen.

Deutschland und Frankreich tragen große Verantwortung für die Zukunft der EU. Sie müssen ihre Integration forcieren und damit eine Vorreiterfunktion ausfüllen, der andere EU-Staaten folgen können. Denn auch der Umkehrschluss stimmt: Zerbricht die deutsch-französische Achse, hat auch die EU28 keine Zukunft.

BizLab: Innovationen in den Markt bringen

Der 3D-Druck revolutioniert die Art, wie Flugzeuge entwickelt und gebaut werden. Doch wie können die dabei übertragenen riesigen Datenmengen vor Datendiebstahl oder Spionage geschützt werden? Fluggesellschaften wollen noch flexibler auf Kundenwünsche eingehen. Aber wie ist das möglichst kostengünstig und kurzfristig zu realisieren? Kreative Antworten kommen immer häufiger von Start-Ups. So arbeitet das deutsche Unternehmen 3DTrust an Technologien, um Daten verschlüsselt an 3D-Drucker zu übertragen. Und Jetlite entwickelt in Hamburg die Kabinenbeleuchtung weiter, um die Auswirkungen eines Jetlags auf die Passagiere zu reduzieren.

Die Firmen haben ihre Ideen im Airbus BizLab entwickelt und zur Marktreife gebracht. Junge Start-Ups erhalten dort Zugang zu Experten sowie Unterstützung bei Marktzugang und Prototyping. Neben externen Gründern können sich auch Mitarbeiter von Airbus bewerben und dann eine Auszeit nehmen, um ihre Idee weiterzuentwickeln. In den drei BizLabs in Toulouse, Hamburg und dem indischen Bangalore wurden bislang 26 Start-Ups und 24 Airbus-interne Projekte gefördert.

Europa kann es

EU-Projekt als Turbo für neue Hubschraubergeneration

Hubschrauber weisen seit rund 60 Jahren im Wesentlichen die gleiche Bauart auf. Einen völlig neuen Ansatz erarbeiten aktuell 37 Partner aus ganz Europa in einem gemeinsamen Projekt. Der Helikopter soll Maßstäbe setzen – in Sachen Leistung und Kosteneffizienz, aber auch mit revolutionären Entwicklungsprozessen. Airbus Helicopters steuert das Vorzeigeprojekt im Rahmen des europäischen Forschungsprogramms Clean Sky 2.

Europa setzt auf smarte Lösungen

Die Entwicklungsarbeit in der Luftfahrt steht vor einem Paradigmenwechsel. Neue Produkte müssen immer schneller verfügbar sein. Zugleich wird ein hoher Reifegrad der Innovationen gefordert. Airbus gestaltet den Wandel mit und setzt beim sogenannten Clean Sky 2 Highspeed Demonstrator auf virtuelle Verfahren im Team: Konzerneigene Ingenieure und Entwickler bei Industriepartnern arbeiten erstmals gemeinsam an einem digitalen 3D-Modell des neuen Hubschraubers – zeitgleich und von mehreren Dutzend Standorten in zwölf europäischen Ländern aus. Beteiligt sind auch kleine, wenig bekannte Firmen und Start-Ups, die ihr Spezialwissen einbringen.

Design der Zukunft

Gemeinsam konzipieren die Partner den Hochgeschwindigkeitshubschrauber der Zukunft. Das völlig neue Design wartet mit Flügeln und seitlichen Propellern auf und verzichtet auf den für Hubschrauber üblichen Heckrotor. Das Ergebnis spricht für sich:

  • Geschwindigkeit: Der Helikopter wird deutlich schneller sein als bisherige Modelle und erreicht seinen Einsatzort damit früher – bei Rettungsflügen mitunter lebensentscheidend.
  • Emissionen: Trotz höherer Geschwindigkeit verbraucht der Hubschrauber weniger Kerosin als herkömmliche Fluggeräte. Optimierte Rotorblätter sorgen zudem für weniger Lärmemissionen.
  • Kosten: Pro geflogener Seemeile ist der Anschaffungspreis des Hubschraubers um ein Viertel günstiger. Auch die Kosten für die Wartung sinken.
75 Prozent weniger CO2, 90 Prozent weniger Stickstoffoxid bis 2050 – diese ambitionierten Ziele will das europäische Luftfahrtbündnis ACARE erreichen. Das EU-Forschungsprogramm Clean Sky 2 fördert entsprechende Technologien, etwa den Clean Sky 2 Highspeed Demonstrator.

Airbus koordiniert europaweite Zusammenarbeit

Airbus Helicopters steuert den komplexen Entwicklungsprozess und bringt eigene Erfahrungen etwa aus dem Testprojekt X3 ein. Airbus-Standorte in Deutschland, Frankreich, Spanien und Polen sind für insgesamt rund 40 Prozent der Entwicklungs- und Bauleistung verantwortlich – darunter auch das Airbus-Helicopters-Werk im bayerischen Donauwörth, das wesentliche Teile des Antriebs und der Flügel beisteuert. Einen ersten Meilenstein hat das Projekt im Mai 2016 mit einem erfolgreichen Windtunneltest erreicht. Die Flugerprobung ist für 2020 geplant. Ab 2030 soll die neue Hubschraubergeneration einsatzbereit sein.

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Elektromobilität made in Germany

Gut für die Umwelt, gut für den Luftfahrtstandort

Kurzstreckenflugzeuge mit unter 100 Sitzen brauchen beim Start eine Schubkraft von bis zu 10 Megawatt. Das entspricht 14 000 PS. Elektroenergie spielt dabei derzeit noch keine Rolle. Das soll sich ändern: Anfang April 2016 gaben Airbus und Siemens bekannt, gemeinsam elektrische und hybrid-elektrische Antriebstechnologien zu erforschen.

Elektroautos sind technisch längst machbar. Beim Flug steht die Industrie noch am Anfang der Entwicklungsarbeit. Die größte Herausforderung sind leistungsstarke Batterien.

Die Partner gehen eine der größten industriellen Herausforderungen der Luftfahrt an. Eine zentrale Voraussetzung besteht darin, leistungsfähige, luftfahrt-taugliche Hochspannungsnetzwerke für die Energieübertragung zu entwickeln. Des Weiteren werden – je nach Systemarchitektur – Batterien mit einer deutlich verbesserten Leistungsfähigkeit benötigt. Im Vergleich zu Kerosin liegt deren Energiedichte heute um den Faktor 50 niedriger. Zudem muss die Leistungsdichte der Elektromotoren vervielfacht werden. Um den notwendigen Technologiesprung zu erreichen, ziehen die Hightech-Konzerne nun 200 Experten zusammen und investieren in den kommenden fünf Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag. Die Wegmarken: Bis 2020 wollen die Partner die technische Machbarkeit verschiedener hybrid-elektrischer Antriebe für Flugzeuge, Hubschrauber und Drohnen nachweisen. Bis 2030 soll dann unter anderem ein Verkehrsflugzeug mit bis zu 100 Passagieren mit hybriden Antriebssystemen fliegen.

Umweltschutz und steigender Wettbewerb als Treiber

Für den Luftverkehr, bei dem Entwicklungszyklen in Jahrzehnten gemessen werden, ist dieser Zeithorizont äußerst ehrgeizig. Zwei Motive sind dafür ausschlaggebend. Erstens der ökologische Handlungsdruck: Angesichts des erheblichen Wachstums im weltweiten Luftverkehr müssen kommende Flugzeuggenerationen ihre Emissionen deutlich senken. Entsprechend hat sich die Industrie dazu verpflichtet, bis 2050 die CO2-Emissionen neuer Flugzeuge gegenüber 2 000 um 75 Prozent zu verringern. Elektromobilität ist eine Lösungsoption.

Zweitens stachelt der steigende Wettbewerb zu Innovationen an. Neue Konkurrenten aus China und Russland drängen massiv auf den Markt. Mehr denn je wird technologischer Vorsprung zum Erfolgskriterium. Airbus und Siemens treten an, die Flugzeugantriebe zu revolutionieren. Für Deutschland als Heimatstandort der beiden Konzerne ist das eine verheißungsvolle Perspektive.

Politische Unterstützung unerlässlich

Vor diesem Hintergrund ist auch die Politik gefordert, das privatwirtschaftliche Engagement für Elektromobilität weiter zu stärken. Wichtige Stellschrauben sind das Luftfahrtforschungsprogramm der Bundesregierung sowie Förderungen auf Landesebene. Gleichwohl fällt das finanzielle Engagement gemessen an den milliardenschweren Förderinstrumenten für E-Mobility im Pkw-Bereich äußerst bescheiden aus. Es ist also noch Luft nach oben!

Systemhaus Taufkirchen/Ottobrunn

Airbus stärkt den Standort und investiert gemeinsam mit Siemens in das neue Systemhaus Elektrisches Fliegen. Rund 200 Mitarbeiter aus beiden Unternehmen entwickeln hier ab 2018 Prototypen für verschiedene Antriebssysteme. Der Grundstein wurde im April 2016 im Beisein der Bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und der Parlamentarischen Staatssekretärin Brigitte Zypries gelegt.

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